Vortrag: Die Einbecker Stadtärzte am 28. Oktober

(c) privat / Axel Wellner

„Die Einbecker Stadtärzte (Stadtphysici) vom Ausgang des 16. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts“ lautet das Thema des Vortrages von Axel Wellner (Ebergötzen), der am Montag, 28.Oktober, um 19.30 Uhr in der Aula der Teichenwegschule stattfindet.

Spätestens seit dem Beginn der Neuzeit gab es in den Städten auf deutschem Boden angestellte Ärzte zur Versorgung ihrer Einwohner, die etwa als Stadtarzt, Stadtphysikus oder Medicus ordinarius bezeichnet wurden. Die Überlieferung in den Archiven zum Thema ist fast immer lückenhaft, erfasst nicht alle Amtsinhaber oder repräsentiert sie gar nicht. Falsch ist nach Erkenntnissen des Referenten die weit verbreitete Auffassung es habe keine Ärzte gegeben, die Menschen seien nur von Badern und Kräuterheilern „therapiert“ worden. Richtiger wäre in vielen Fällen die zurückhaltende Formulierung, dass wegen fehlender archivalischer Belege eine sichere Aussage nicht getroffen werden kann. Auch in Einbeck gibt es darüber nur wenig Material. Über die Jahre ab 1720 existiert eine Arbeit zur Erlangung des medizinischen Doktorgrads aus dem Jahr 1962. Davor sind die vom Rat der Stadt angestellten Ärzte in Einbeck bisher unbekannt. Anhand anderer Quellen versucht der Vortrag besonders die Lücken des 17. Jahrhunderts zu schließen ohne dabei den Anspruch auf eine vollständige Darstellung zu erheben. Der Referent befasst sich seit ca. 40 Jahren mit dem Thema „Stadtärzte“, besonders bezogen auf Niedersachsen (ehemaliges Königreich Hannover), aber auch Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Im Vortrag werden die Amtsinhaber namentlich benannt und ihre Lebensläufe – soweit eruierbar – aufgezeigt. Dabei wird auch auf ihre Veröffentlichungen im medizinischen Schrifttum, familienkundliche Erkenntnisse, die Auswertung von Kirchenbüchern und andere Sekundärquellen Bezug genommen.