Vortrag: Friedenspredigten des 17. und 18. Jahrhunderts am 20. Januar

Predigt von Johann Melchior Goeze. Foto: privat / Henning Jürgens

Der erste Vortrag des Einbecker Geschichtsvereines im Jahr 2020 findet am Montag, 20. Januar, statt. Dr. Henning Jürgens (Mainz) berichtet darin über Friedenspredigten aus Anlass von Friedensschlüssen aus der Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr in der Aula der Teichenwegschule, Teichenweg 26. Der Eintritt ist frei.

Dr. Henning P. Jürgens, Historiker am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, berichtet von seinen Forschungsergebnissen zu den Friedenspredigten des 16. bis 18. Jahrhunderts. In Rahmen eines internationalen Verbundprojekts forschten von 2015 bis 2019 Wissenschaftler aus Italien, Polen und Deutschland aus der Kunst- und der Musikgeschichte, der Theologie, der Geschichts- und der Literaturwissenschaft über die verschiedenen Repräsentationen des Friedens in der Frühen Neuzeit. Diese gilt als besonders kriegerische Epoche. Tatsächlich wurden in dieser Zeit fast ständig Kriege geführt, aber auch wieder beendet, wovon rund 1800 Friedensvereinbarungen zeugen, die in Europa abgeschlossen worden. Rund um diese Friedensschlüsse entwickelte sich eine Friedenskultur – zu der auch die Friedenspredigten zählen. Sie wurden auf Friedensfeiern gehalten, die oft von der Obrigkeit angeordnet und detailliert geplant wurden. Die Predigten spiegeln die theologische Interpretation des Friedens als Geschenk Gottes wider, sie erlauben aber auch einen Einblick in die Erlebnisse der Gemeinden im Krieg und die Erwartungen für die Friedenszeit.