Jubiläum mit Festakt, Grillfest und drei Büchern

Vor vollem »Panorama«-Saal berichtete die Geschichtsvereins-Vorsitzende, Dr. Elke Heege von durchgeführten Projekten und en Jubiläums-Plänen. Fotos: Ehrenheim-Schmidt

Wahlen fanden nicht statt. Somit waren die Regularien der Jahresversammlung Einbecker Geschichtsvereins im Hotel »Panorama« bereits nach 55 Minuten abgeschlossen – inklusive einer plattduitschen Geschichte, »vertellt vonne Presidente von PlattdeutschForum«, Albert Behrens.

Am Wochenende, 16. und 17. Mai soll das 125-jährige Jubiläum des Einbecker Geschichtsvereins gefeiert werden, berichtete die Vorsitzende Dr. Elke Heege, zunächst mit einem Festakt samt abwechslungsreichem Programm im Alten Rathaus am Sonnabend, 16. Mai. Den Festvortrag hält Dr. Andreas Heege aus Zug, früherer Einbecker Stadtarchäologe. Ein Grillfest wird für den 17. Mai auf der Hube geplant. Dort soll ein Hinweisschild zum Abtshof auf dem Wendfeld enthüllt werden.

Wendfeld-Buch

Drei Bücher erscheinen zum Jubiläum. Archäologische und historische Forschungen von Marco Strohmeier und Vorstandsmitglied Udo Strohmeier sowie den Archäologen Dr. Stefan Teuber und Markus Wehmer ergaben in der Nähe von Holtershausen einen mittelalterlichen Abtshof sowie Nachweise des untergegangenen, mittelalterlichen Dorfes Wendfeld. 2020 ist das Jahr, in welchem das Wendfeld 400 Jahre dokumentiert ist. Hierzu wird zum Jubiläum eine umfangreiche Publikation erscheinen.

Jubiläumsbuch Chronik unbekannter Geschichten

Die letzten Artikel und Kapitel wurden gerade beim Verlag eingereicht: »Eine etwas andere Art der Chronik mit weitgehend unbekannten Geschichten der letzten 125 Jahre« wird das Jubiläumsbuch sein: »Intensiv vorbereitet« und akribisch recherchiert wird es hauptsächlich vom zweiten Vorsitzenden, Willi Hoppe und Vorstandsmitglied Susanne Gerdes.

Buchpremiere Petersilienwasser-Lederfunde

Außerdem, und das sei eine weitere Besonderheit, berichtete Dr. Elke Heege, erscheint noch ein drittes Buch zum Jubiläum, das wirklich hier seine Premiere haben wird: Ein weiterer Band zu den Ausgrabungen im Petersilienwasser mit dem Schwerpunkt Lederfunde und Gerber, verfasst von Dr. Andreas Heege.

Seit 125 Jahren Fahrten

Der Jubiläen kein Ende: Tatsächlich ebenfalls seit 125 Jahren bietet der Geschichtsverein die Fahrten an, ließ Dr. Heege den vollbesetzten Saal im Hotel »Panorama« staunen, »und es gibt sie immer noch«. In diesem Zusammenhang dankte sie Evelin Vollmer und Marion Bartels für deren jahrelanges Engagement mit einem kleinen Präsent, und hoffte auf Mitglieder, die sich mittelfristig an der Fahrtenorganisation beteiligen mögen. »Es wäre schade, wenn diese Tradition abbrechen würde.« Auf die sieben Fahrten und Reisen im Jahr 2019 ging sie kurz ein und machte auch bereits neugierig auf die sechs Reiseziele in diesem Jahr, die am Dienstag, 3. März, 15 Uhr in der »TangoBrücke« vorgestellt werden.

Dank den Ehrenamtlichen

Weiterer Dank ging an Hellmut Hainski, der den Geschichtsverein erneut in der Stiftung Eickesches Haus vertrat, einige Vorträge hielt und ein weiteres und letztes Mal mit Dr. Heege neue Gästeführer ausbildete. Ein »großes Dankeschön« mit Applaus galt dem abwesenden Horst Schiffner, der 24 Jahre hindurch die fotografische Dokumentation aller Einbecker Kernstadtstraßen übernommen hatte und auch die Veränderungen festhielt. Aus Altersgründen hört er nun auf.

Dr. Heege erwähnte nochmals die Vortragsthemen aus 2019 und die noch anstehenden bis zum April. Der nächste, am 23. März, befasst sich mit einem ihrer Amtsvorgänger, Otto Fahlbusch. Und auch hier stattete sie Dank ab, nämlich dem Hausmeister der Teichenwegschule, Goran Oljaca, wo die Vorträge stets stattfinden. .

»Die Digitalisierung der Sammlung von Ansichtskarten und Fotos von Klaus Rudloff geht voran und kann in diesem Jahr abgeschlossen werden«, berichtete die Vorsitzende weiter. Zur Vorstandsarbeit gehörte auch die Unterstützung von Dr. Thomas Kellmann beim dritten Band der Denkmaltopografie, dem Hausstellen-Katalog, der im Juni vorgestellt wurde. Auch wurde das »Tapetenhaus«-Street Art-Projekt an der Westfassade der Ilme-Apotheke unterstützt. Dem Partner-Verein »Aratora« in Artern stattete man im Oktober einen Besuch ab mit Besichtigung einer Zuckerfabrik sowie des Tübke-Museums.

Infotafel und Wende-Projekt

Schatzmeister Christian Scharnefsky trug seinen ersten Kassenbericht vor – »das wäre nicht möglich gewesen ohne die Hilfe meines langjährigen Vorgängers«. Marco Strohmeier und Michaela Wehmer bescheinigten ihm eine ordnungsgemäße Kassenführung. Schatzmeister und Vorstand wurde Entlastung erteilt. Für den ausscheidenden Strohmeier wurde Edmund Gräfenhahn hinzugewählt. Neben Jubiläum, Büchern und weiterlaufenden Projektenn beinhaltet der – ebenfalls einstimmig genehmigte – Haushaltsplan Gelder für eine Infotafel des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit Schülern auf dem Friedhof in Salzderhelden sowie für ein Erinnerungsprojekt zur Wende, das Dr. Imke Weichert vom Museum mit Schülern durchführen will.

Der Einbecker Geschichtsverein zählt zurzeit 440 Mitglieder. Mit 27 erloschenen und 23 neuen Mitgliedschaften hält sich die Zahl in etwa die Waage. Doch das Phänomen einer sinkenden Mitgliederzahl sei in vielen Vereinen zu spüren, stellte Dr. Heege fest. »Wir freuen uns über jedes neue Mitglied. Die Einbecker Geschichte hat unser Engagement verdient.«

Das Essen ließ sich der Saal schmecken, bevor Walter-Wilhelm Funcke den Abend mit dem Vortrag »Firmen in Einbeck um 1900« fortsetzte.

Delia Ehrenheim-Schmidt