Ein Blick in Archive und ihre Aufgabe und Arbeit

Der 5. und 6. März 2022 ist der Tag der Archive und vom VDA (Verband Deutscher Archivarinnen und Archivare) seit 2001 ausgerufen, um die Archive einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Was mag man sich unter einem Archiv vorstellen und warum gibt es das überhaupt? Ein dunkler, kalter Ort, an dem eine einsame Person älteren Jahrgangs alte, staubige Akten ordnet und verstaut? Tatsächlich müssen Archivalien, also Akten, Urkunden, Landkarten, Fotos und andere Bestände, kühl, trocken und dunkel gelagert werden, um für die Zukunft haltbar zu bleiben. Aber was wird überhaupt gelagert und warum?

(c) Stadtarchiv Einbeck.
(c) Stadtarchiv Einbeck.

Tatsächlich ist ein Archiv das Gedächtnis einer Stadt, und zwar nicht nur für Verwaltungsunterlagen wie städtische Haushalte (früher Kämmereiakten), Protokolle des Rates (früher Magistrat), Akten des Bauamtes, des Kulturamtes, des Sozialamtes usw., sondern auch für auch für das „normale“ Leben einer Stadt durch die Jahrhunderte hindurch. Wie haben die Bürger im 16., 18. oder 20. Jahrhundert gelebt? Was gab es für Berufe, wie sahen Alltag und Freizeit aus, was gab es für Firmen und Vereine?  Welche Schulen gab es in der Stadt oder welche Persönlichkeiten prägten bestimmte Zeiten? Wie und mit wem ist also die Stadt zu dem geworden, was sie heute ist?

(c) Stadtarchiv Einbeck.
(c) Stadtarchiv Einbeck.

Noch heute sind wir z. B. für Sanierungen von Gebäuden und Kirchen auf alte Bauunterlagen angewiesen, um Fehler aus früheren Sanierungen oder Reparaturen nicht zu wiederholen oder zu korrigieren. Der Tourismus benötigt all das Wissen aus alten Akten zu wichtigen Einbecker Themen wie Bier, Fachwerkbau, zu Denkmälern und wichtigen Persönlichkeiten, um Werbung für die Stadt zu machen und Touristen attraktive und fundierte Stadtführungen anbieten zu können.

Wir können durch Unterlagen und Zeitungen nachvollziehen, wie z. B. Kriegszeiten durchlebt wurden aber auch wie sich Nachkriegszeiten, Wiederaufbau und Wirtschaftswunder darstellten. Die Vergangenheit kann erforscht und damit lebendig und dadurch im besten Fall Erkenntnisse für die Zukunft gewonnen werden.

Eine weitere Aufgabe eines Archivs ist Ansprechpartner für alle möglichen Fragen von außen zu sein. Anfragen kommen aus der eigenen Verwaltung, von Heimat- und Familienforschern, von Historikern oder Universitäten für Forschungsprojekten. Auch Studenten nutzen Einbecker Themen für Haus- oder Bachelorarbeiten oder absolvieren Praktika im Haus.

Um Wissen zur Verfügung stellen zu können, braucht es die Übernahme und Bearbeitung von Akten aus allen Verwaltungsbereichen, aus Firmen-, Vereins- und Privatbeständen. Nur so kann ein vollständiges Bild der Überlieferung aus den unterschiedlichsten Zeithorizonten geschaffen werden.

Natürlich hält auch Digitalisierung Einzug in das Archiv. Zeitungsjahrgänge und Fotomaterial wie alte Glasplatten, Negative und Fotos werden in den nächsten Jahren digitalisiert und können so der Öffentlichkeit besser zur Verfügung gestellt werden.

Der gesamte Archivbestand wird ebenfalls in den nächsten Jahren in das Archivportal „Arcinsys“ (Archivinformationssystem Niedersachsen) eingepflegt, sodass online nach Akten zu allen möglichen Einbecker Themen aus dem Zeitraum des 16. bis 20. Jahrhunderts gesucht werden kann.

Archive sind dabei auch immer auf die Abgabe von Unterlagen und Fotos von Firmen, Vereinen und Privatleuten angewiesen und auch das Stadtarchiv übernimmt gern historische Dokumente aller Art. Wir freuen uns über Archivalien aller Art und vereinbaren gern einen Termin, um Unterlagen zu sichten (Stadtarchiv Einbeck: Susanne Gerdes, Email: sgerdes@einbeck.de  Tel.: 05561/916506).

(c) Stadtarchiv Einbeck.
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